Donnerstag, 12. März 2015

Du musst, du sollst - du kannst!


Wahnsinn ist, immer das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.
Albert Einstein (1879-1955)



Ich habe vor kurzem ein, für mich, wichtiges Telefongespräch geführt. Bei diesem Gespräch ging es um Informationen, keine Angst, nichts kriminelles oder so, die ich für einen kommenden Termin brauchte. Nun denn, sagen wir mal so, es war sehr nützlich. Nicht zwingend für diesen Termin, sondern was es in dem Moment mit mir machte als ich hörte was ich zu tun und was ich zu lassen hätte.

Au weia! Da war es wieder, dieses "du musst" und " du sollst" und "hättest du doch".
Wie oft hat das jeder von uns schon gehört, und auch danach gehandelt.
Ich musste, ja das war wirklich notwendig, erst mal darüber nachdenken. Warum stößt mir das jetzt so sauer auf? Hatte ich so eine ähnliche Geschichte nicht schon einmal? Hat mich das nicht auch schon beschäftigt?
Ja und wahrscheinlich schon x mal! Ich zähle mal ein bisschen auf was so alles zu meinen "muss" und "soll" gehörte und auch noch unterschwellig, ganz automatisch arbeitet:
  1.  du musst ein guter Mensch sein
  2.  du musst fleißig sein
  3.  du musst dich in die Gesellschaft einfügen
  4.  du musst bester Laune sein
  5.  du musst gesund sein
  6.  du musst Kompromisse eingehen
... ich könnte noch endlos fortsetzen, aber ich denke das ist nicht nötig.
Kommen wir zum "soll" oder "sollte":
  1.  ich sollte besser sein als andere
  2.  ich sollte gesünder leben
  3.  ich sollte anderen mehr entgegen kommen
  4.  ich sollte alles kontrollieren können
  5.  ich sollte flexibler sein
  6.  ich sollte mehr planen...
... auch hier hätte ich noch ein paar zu Auswahl aber lassen wir das mal.

Wenn du das jetzt liest wird dir das ein oder andere sicherlich bekannt vorkommen, wenn nicht sogar alles und noch mehr. Wie fühlen sich diese Punkte für dich an? Ist da ein "hey das ist alles super klasse!" oder eher "ey das is mir echt zu anstrengend!"
Ich habe es jetzt mal wieder als ziemlich anstrengend empfunden.
Zum Glück können wir es drehen. Wie dreht man`s? Man tut es nicht mehr, fertig!

Jetzt kommen die Protestrufe: "Wie, nicht mehr tun?"
Bitte nicht ausflippen! Ich weiß ganz genau das sich das einfach anhört aber es absolut nicht so ist. Wie gesagt, auch bei mir kam das ein oder andere schon öfters aus seinem dunklen Eck gekrabbelt und hat sich gemeldet. Gesehen habe ich es kurz, mich dennoch nicht damit auseinander gesetzt und es hat sich wieder ins Eck verkrochen. Jetzt ist es gerade sehr präsent und jetzt schau ich mir das an, ganz genau sogar.
Es geht im Grunde auch hier wieder nur darum, akzeptiert zu werden, geliebt zu werden. Wenn wir also nicht alles dafür tun, werden wir untergehen = Existenzangst.
Sicher? "Nichts muss ich, außer sterben", den Spruch kennt so ziemlich jeder. Bloß macht es keiner oder wenn dann recht wenige. Klar man gibt somit auch Kontrolle ab, aber hat man die denn wirklich? Nein!

Ich habe jetzt für mich erkannt, und vielleicht kommst du auch an einen Punkt, wo du gar nicht mehr anders kannst als Nein zu sagen. Wo es einfach nicht mehr geht mit der Herde mitzulaufen. Wenn du es doch tätest würdest du so einen immensen Druck und ein Unwohlsein empfinden das du gar nicht anders kannst. Stehe zu dir in jedem Augenblick. Spiele nicht in einem Theaterstück mit das dir nicht gefällt. Gehe einen anderen Weg als den, den andere für dich ausgesucht haben!
Du wirst dich freier fühlen und voller Kraft. Deiner Kraft, dessen du dir bis dahin nicht bewusst warst. Du fängst auf einmal an zu leben. Viel Spaß!



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