Donnerstag, 10. Juli 2014

CHAOS - die Fülle aller Möglichkeiten


Wenn es nur eine einzige Wahrheit gäbe, könnte man nicht hundert Bilder über dasselbe Thema malen.
Pablo Picasso ( 1881 - 1973 ) spanischer Maler und Bildhauer


Ja ich weiß, es ist jetzt schon eine ganze Weile her, das ich hier etwas geschrieben habe. Dafür gibt es einen einfachen Grund - es gab nichts, gar nichts über das ich hätte schreiben können.
Ich habe oft überlegt was denn wohl wichtig wäre, aber da war einfach nichts. Null, niente.
So, aber da ich trotzdem nicht geistig weggetreten bin, hab ich mir gedacht, da schreibst du mal drüber.

Jeder denke ich, hat mal so seine Phasen, wo er gerne einfach mal aussteigen würde. Da ist der Job der Zeit und Kraft kostet, die Familie, die Arbeit zu Hause und eventuell Hobbys denen man ja auch noch nachkommen sollte. Auch ich habe so gelebt und bin, wie eine aufgezogene Spielmaus, durch das Leben gehetzt. Wie ein Roboter, machen was zu machen ist.
Es wurde immer gegrübelt und überlegt was wohl der beste Weg ist, nicht für einen selber, nein, meistens für sein Umfeld oder die Gesellschaft. Ich habe irgendwann davon Abstand gewonnen und immer mehr auf mich und meine Bedürfnisse geachtet. Aber, und das ist mir in den letzten Wochen mal so richtig aufgefallen, doch nicht ganz. Immer mal wieder hat mich das Chaos ringsrum in seinen Bann gezogen und ich war mitten drin, habe mich praktisch mitreißen lassen.

Klar sollte man sich dem Leben stellen, nicht flüchten, sich verkrümeln. Was kommen soll, kommt sowieso, doch man sollte sich nicht von jeder Situation und der dazugehörigen Emotion umherschleudern lassen.
Ich habe dem Weltlichen nicht den Rücken zugekehrt, oh nein, ich kann auch manchmal mitten drin stecken, bis zu dem Punkt, der immer irgendwann kommt. Dieser Punkt ist das Nichts.
Dieser Punkt an dem alles da ist, du aber mit nichts wirklich was anfangen kannst. Die Fülle aller Möglichkeiten ist an diesem Punkt so groß das es wirklich schwer fällt, sich auf irgendetwas ganz bewusst zu konzentrieren. Dieses Nichts hat mich nicht hinunter gezogen, nein, es war sogar ein erhabener Moment, weil ich mit diesem Nichts nichts machen musste. Es war einfach da, eine Leichtigkeit, eine Form der Freiheit.
Intuitiv das zu tun was ansteht:

* Kochen, wenn man Hunger hat
* Trinken, weil man Durst hat
* Aufräumen, weil man es gemütlich und sauber haben will
* Schlafen, wenn man müde ist
* Spaß haben, weil das der Sinn unseres Lebens ist

Ich kann mir denken was in einigen Köpfen jetzt los ist. "Wenn ich einen stressigen Vollzeitjob habe und für die Familie sorgen muss, wie soll das dann funktionieren?"
Gerade da, sollte man das was man tut, genauso in Ruhe tun und nicht in Versuchung geraten sich in tausend Sachen auf einmal zu verwickeln, oder verwickeln zu lassen. Das was jetzt zu tun ist, wird getan.
In der freien Zeit, und die hat jeder, einen Gang rausnehmen. Es gibt nichts zu tun. Und wenn dir was einfällt dann tue es. Streiche die Zeit, lebe einfach mal.

Keiner wird dadurch sofort zum Messie, bloß weil man einmal alle fünfe gerade sein lässt. Und wenn du überlegst was du jetzt mit dem Tag anfangen könntest und dir fällt nichts ein, dann ist das völlig in Ordnung. Dann genieße diese Einfallslosigkeit, genieße das nicht rennen müssen, dieEinfachheit. Davon geht die Welt nicht unter! Im Gegenteil, wenn du entspannt bist, drucklos, sammeln sich Kräfte, kommen neue Ideen.

Das Chaos ist schon `ne feine Sache. Tausende von Möglichkeiten können in die Tat umgesetzt werden. Doch wir merken das zu viel der Taten uns mehr anstrengen als das sie produktiv sind. Aussteigen, einfach mal das Nichts genießen. Wie sind nicht schlechter oder faul geworden, nein, wir wissen einfach nichts mehr, werden ruhiger. Müssen wir denn immer unter Strom stehen?

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